Monats-Archive: Dezember 2012

Nachruf Omi

Nachdem letzte Woche unser lieber Freund von uns gegangen ist, ist heute meine Omi friedlich eingeschlafen.

Meine Omi hat den zweiten Weltkrieg mitgemacht und war Zeit ihres Lebens auf den Beinen. Immer fleissig und immer lachend habe ich sie im Kopf.
Sie war Bäurin und als ich klein war gab es neben dem Ackerbau auch noch Vieh. Rinder und Schweine fand ich immer sehr spannend. Für mich als Kind war das toll. Für meine Oma war das viel Arbeit. Die arbeitsreiche Zeit wurde etwas weniger, als das Vieh abgeschafft wurde und als dann mein Opa starb, hatte meine Oma auch mal Zeit für ein Schläfchen oder für ein Kreuzworträtsel. Die hat sie gerne gemacht. Zudem war meine Oma bis auf die letzten paar Jahre eine sehr gute Sockenstrickerin. Danke für die vielen Socken, die meine Füße auch beim reiten im Tiefschnee warm hielten! Schmunzelnd erinnere ich mich an die Neonstulpen, die sie mir mal gestrickt hatte. “Die bekommst Du aber nur einmal! Die Wolle hat dermaßen geblendet!”

Mach es gut Oma. Ich wünsche Dir eine Wolke ohne ewige Arbeit und ewigen Seelenfrieden.

http://westfalen.trauer.de/Traueranzeige/Emliese-Vogelsang

Nachruf Evian Everhope

Die meisten Leser meines Blogs mögen dies etwas befremdlich finden. Ich möchte hier mit dieser Geschichte Abschied nehmen von einem lieb gewonnenen Freund.
Wir verbrachten viele Stunden gemeinsam im richtigen Leben sowie in der virtuellen Welt von EQ2. An diese zweite Welt ist die Geschichte angelehnt.
Thomas, wir vermissen Dich.

Die Kerranerin seufzte. Schon seit Stunden saß sie über dem Pergament in ihrer Kammer und die Feder wollte einfach keine sinnvollen Worte ausspeien.
Der lustige Ranger in ihrer aller Mitte sollte nicht mehr leben. Das konnte nicht sein. Hatte Tunare ihn gerufen? Hoffentlich verläuft er sich auf dem Weg in ihre Reihen nicht. Abrupt musste Jelly schmunzeln.  Dieses Wechselbad der Gefühle nahm sie mit und trug sie auf seinen Wellen, seit sie es gehört hatte. Xorlosch hatte die traurige Botschaft gebracht, dass Evian Everhope, der flinke Ranger der Gilde Moonwhisper nicht mehr unter uns sein sollte. In den Stunden nach der Nachricht waren Jelly und Floh wie in Watte gepackt. Es war so unwirklich und doch musste der Verstand weiter funktionieren. Die Gildenmitglieder hatten es schnell erfahren, denn das war Jelly ihnen schuldig. Schließlich hatten sie alle viel Zeit miteinander verbracht. Evian pflegte sich durch ein freundliches “Wuff Wuff” in der Gilde bemerkbar zu machen. Er war stets um gemeinsame Aktivitäten bemüht und sollten diese nicht zustande gekommen sein, wurden alle Anwesenden akribisch über jeden Stock, jeden Stein, jede Quest und jeden besiegten Gegner unterrichtet. Auf Gildenfesten war er ein gern gesehener Teilnehmer, der Gespräche mit seinem Humor bereicherte. Zahlreiche Anekdoten von seinen Abenteuern gab er zum besten und wieder und wieder ließ er uns an seinen Erlebnissen teilhaben.

Einen Nachruf …

Jelly setzte die Feder erneut an.

Evian Everhope – möge Tunare Dich in ihren Reihen Willkommen heissen und Dir ein ruhiges, zufriedenes ewiges Leben schenken. Mögest Du immer genügend Pfeile in Deinem Köcher finden, immer genug Platz in Deinen Taschen haben und möge Dein Instinkt Dir den rechten Weg weisen.

Ehre und Stärke!

Anika aktiviert Abwehrkräfte!

Achnee, dass darf man ja nun nicht mehr sagen …
Finde ich gut! Einige Werbeaussagen waren auch wirklich mittlerweile zu medizinisch und es konnte der Eindruck entstehen, dass ich nur ordentlich Margarine mit Cholesterinsenker futtern muss oder “5 Hände voll Fruchtbonbons” – oder war´s Gemüse? – essen brauche um rundum gesund zu bleiben. Nein, um sogar gesund zu werden!
Foodwatch hat sich da richtig reingehängt und nun soll es strengere Richtlinien in der EU geben, dass besondere Gesundheitsaussagen anders geregelt werden sollen und teils verboten.

Beruflich ist das für mich wieder eine Sache, die ich im Kopf behalten und beobachten muss. Ich bin in der Werbebranche tätig und man muss schon aufpassen, was man da so äußert. So ging es vor Kurzem ja auch mit den Buttons in Webshops los, die nun eindeutig “Kaufen” heissen müssen. Aber das ist ein anderes Thema. Ich bin gespannt, was am Ende bei der neuen EU Richtlinie rumkommt und wie es sich auswirkt. Die Hersteller finden sicher schnell ein neues Schlupfloch.

Als Verbraucher fühle ich mich selber in der Verantwortung anständig auf das zu achten was ich zu mir nehme, mir einverleibe und wie sich das auf meinen Körper auswirkt.
Zunehmende Reglementierung macht uns zu Lemmingen, die sich immer mehr darauf verlassen, dass ja alles so toll geregelt ist und wir nicht mehr selber denken müssen. Das ist gefährlich und nicht wünschenswert. Leute, schaltet euren gesunden Menschenverstand beim einkaufen ein. Tut euch selbst etwas gutes und auch wenn ihr mal Lust auf Genuss habt, dann kauft dass, was euch in dem Moment anlacht und nicht das wo euch was auf der Packung versprochen wird.

Was mich richtig wütend macht sind so versteckte Produktveränderungen, die in den Medien vor Kurzem aufgezeigt wurden (u.a. in der Sendung markt), wie zum Beispiel, dass Iglo seinen Schlemmerfisch verändert hat. Früher war mehr Fischanteil drin, heute ist mehr Belag drin. Wie soll ich das als Verbraucher nachvollziehen können? Wie soll ich da den Überblick behalten? Gar nicht. Das ist nicht gewünscht denn man will den Verbraucher ja verhohnepiepeln. Käpt´n, schämen Sie sich!

Achja… HAPPY BIRTHDAY SESAMSTRASSE! 

Ehrenamt? Ich bin bescheuert!

In den letzten Wochen habe ich mich manchmal Abends, wenn ich müde ins Bett gefallen bin gefragt, wo ICH eigentlich bleibe.
Es war so viel zu tun, sei es für meine Arbeit, für meine ehrenamtlichen Aktivitäten oder für meinen Hund, meinen Mann oder oder oder …
Dauernd kommt mir der Gedanke an einen ruhigen Saunatag im letzten Jahr in den Sinn. Ich sehe mich wieder eingewickelt in einen Bademantel und eine Kuscheldecke auf einer Ruheliege sitzen. Blick auf das riesige Glaspanorama und draussen tobt ein Herbststurm. Genau so war es im letzten Jahr einmal. Das hat mir so gut getan und noch heute tut es mir gut mich nur daran zu erinnern.

Neulich war ich auf dem Geburtstag meiner Stiefmutter. Mein Vater erzählte von einem abendlichen Termin und ich fragte:”machst Du das eigentlich ehrenamtlich?” Er:”Ich bin doch nicht bescheuert.” Ich dachte und sagte:”Ahja, danke!”
Ich mache eine ganze Menge ehrenamtlich. Das mache ich nämlich gerne und ich fühle mich dabei überhaupt nicht bescheuert. Der Staat baut auf Ehrenamtlern wird gesagt. Meine Meinung ist, solange man ein Ehrenamt gerne ausführt und es mir auch irgendwas zurück gibt ist alles ok. Ein Beispiel: Ich organisiere gemeinsam mit zwei anderen engagierten Frauen den Weihnachtsmarkt hier im Ort. Es gab jahrelang keinen Weihnachtsmarkt hier und wir haben uns durch Zufall bzw. durch Ortsteiltreffen zusammengefunden. Anfänglich wurden wir durch alte, negative Erzählungen ganz schön desillusioniert. Trotzdem blieben wir hartnäckig und hatten im letzten Jahr mit einem richtig tollen Markt Premiere. Dieses Jahr haben wir es dann wiederholt. Letzten Sonntag fand die Veranstaltung zum zweiten Mal statt und das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Es ist bei weitem nicht nur der eine Tag, der stressig ist sondern schon im Sommer fangen wir an und entwerfen die ersten Pressemitteilungen, organisieren Treffen mit den Ausstellern, überlegen uns den Spendenzweck, der begünstigt werden soll, bleiben im Dialog mit Stromlieferanten, Budenlieferanten, der GEMA, potentiellen Spendern etc. Das ganze Jahr über hat man also immer mal hier und da was mit dem Thema zu tun. Gegen September wird es dann ernster. Es wird ein letztes Treffen mit allen Ausstellern geplant, alle können nochmal meckern, Kritik üben, Ideen einbringen. Wir bemühen uns dann im Anschluss, das Bühnenprogramm auszubauen, stecken Frust weg, wenn auf einmal Geld verlangt wird oder man hier und da unschöne Kritik hört, kümmern uns um Flyer und Plakate und das auch alles neben unseren Vollzeitjobs.
Dann naht das eigentliche Wochenende. Unsere kleinen Treffen werden hektischer, wir fragen uns: Haben wir was vergessen? Ist noch etwas zu bestellen? Reichen die Flyer? Wie wird das Wetter wohl? Dieses Jahr war das Wetter richtig mies. Den Aufbau der Buden haben wir noch bei einigermaßen humanem Wetter bewerkstelligen können. Es lag zwar Schnee und es war kalt aber es war trocken. Auch hier sind wir oft Mediatoren und versuchen Unmut und Ärger unter den Ausstellern abzufangen und im Keim zu ersticken. Wir sind Puffer wenn es darum geht, dass verglichen wird, wer mehr Zeit mit dem Aufbau verbringt, wer eventuell zuerst da war oder wer etwas hinterm Rücken des anderen erzählt haben soll. Und dann ist der eigentliche Tag da. Morgens wird emsig geschmückt und die Buden werden mit Waren bestückt. Hier und da kommt noch der Schrei nach einem Hammer, einem Streifen Tesa oder nach Kordel auf. Alles an der Frau ;) Wir bauen Zelte auf, dirigieren Autos hin und her und sehen zu, dass wir den Markt annähernd pünktlich eröffnen. Dann stehen wir auf der Bühne, eröffnen gemeinsam mit dem Bezirksvorsteher den Markt und – es ist einfach schön.
Nachmittags verteilt der Nikolaus geduldig gestiftete Tüten an über 100 Kinder. Die Kinder schämen sich, freuen sich, sich niedlich, frech und eben Kinder. Das wärmt mein Herz und ich stehe stolz auf der Bühne und reiche Knecht Ruprecht die Tüten an. Ja, ich bin jetzt total erkältet und diese Woche auch froh, dass es jetzt wieder ein Jahr dauert bis zum nächsten Mal.  Ja, ich bin bescheuert und ich bin stolz drauf denn es tut mir gut.

Fatja hat einen Jahresrückblick gebloggt, das hat mich nachdenken lassen über das vergangene Jahr. Einen kompletten Rückblick möchte ich nicht starten, da mich zu vieles traurig und wütend machen würde. Das Jahr war ein Arschloch. 2012 war kein Totalausfall aber ich bin wirklich froh, wenn ich es hinter mir habe. Es war nicht leichter und nicht schwerer als 2011 und doch hoffe ich, dass 2013 ein paar Herausforderungen und Überraschungen weniger für uns bereit hält und ich mal durchatmen kann. Wir haben wirklich viel geschafft und können stolz auf uns sein. Wir haben wieder zueinander gefunden und haben uns ineinander wieder gefunden. Meine lang vermisste innere Ruhe stellt sich wieder ein und mein kleiner ruhiger Brunnen endloser Kraft ist wieder zu Kurzbesuchen bereit und lässt mich auftanken wenn ich es brauche.
In diesem Jahr habe ich viel über mich und auch über andere Menschen gelernt, habe mich anderen Denkweisen geöffnet und mich selbst und meine Ansichten mehrfach kritisch auf die Probe gestellt.

Das reicht für heute und ich gehe jetzt erstmal innerlich in die Sauna, setze mich aufgeheizt, in Decken gehüllt auf eine Liege am Glaspanoramafenster und schaue in den Sturm. Ganz ruhig.