Rente

Rumgedenke

Wir haben hier eine ältere Dame in der Gegend wohnen, die stark verwirrt ist.
Etwas genauer “kenne” ich sie, seit wir den Hund haben – also knappe 6 Jahre.
Sie fährt oft mit dem Fahrrad herum, ist sehr dünn, ziemlich alt und sieht aus, als ob sie körperliche Schmerzen hat. Wenn man sie nett grüß hält sie meist an und erzählt immer die gleiche Geschichte. Sie hatte auch mal einen Hund, den sie sehr vermisst, wie sie das Körbchen noch aufbewahrt hat und dass sie mit ihrem Mann nicht gut zurecht kommt. Nun war sie neulich auf einmal zu Fuß unterwegs, was mich schon wunderte. Sie ist wenig später wieder bei uns vorbeigelaufen und hatte scheinbar ihr Fahrrad vergessen. In dem Zusammenhang habe ich mich gefragt:

Wie lange kann ein Mensch für sich und andere gefahrlos so rumlaufen?
Darf man einen Menschen, der offensichtlich abbaut (dement ist) bevormunden? Wenn ja, ab wann?

Die Frau scheint ihre festen Abläufe zu haben, seit Jahren und sie scheint ihren Alltag zu bewältigen. Inwiefern sie zuhause Ansprache oder Hilfe hat, kann ich nicht beurteilen. Nur wenn man später selbst in dieser Situation sein sollte – wünscht man sich dann Unterstützung? Ist man dann dankbar, wenn sich jemand seines Problems annimmt? Wahrscheinlich fühlt man sicher eher angegriffen, wenn man auf einmal eingeschränkt wird (obwohl die Einschränkung helfen soll). Ist das überhaupt in der Zukunft zu leisten?

Das beschäftigt mich schon ein paar Tage nun und zu einem Ergebnis bin ich bisher nicht gekommen.